Am Morgen danach: Kräuterdusche

München feiert dieses Wochenende das aktuelle All American Girl. Es hätte mich schon gereizt, in die über 100.000 im Olympiagelände einzutauchen, wir haben es dann aber doch vorgezogen, Spurensuche zu betreiben und dorthin zu gehen, wo Taylor Swift vermutlich viele Kindertage verbracht hat und möglicherweise zu ihrem Farb- und Glitterkonzept angeregt wurde: zum Vorstadt-Rummel. Gleiches Farbspiel, ob im Olympiastadion oder am Pasinger Stadtrand – schön!

Seit ein paar Wochen bemühe ich mich darum, wieder ins Laufen zu kommen, heimlich, still und leise. Das sollte eigentlich eine Vorbereitung sein auf eine größere Alpentour in diesem Sommer. Die muss leider wieder ausfallen. So lange man mir aber die Almwiesen frei Haus liefert! Im kleinen öffentlichen Garten, in dem ich bedächtig und stur meine Trainingsbahnen absolviere, wurden jetzt die Wiesen gemäht. Also lief ich heute vormittag durch eine Duftwolke, nein Kräuterdusche, wie sie inzwischen selbst in den Alpen selten geworden ist. Würzig scharf, vermutlich von der Schafgarbe? Dann zog es mich hinaus ins Offene und schon klang es aus dem Bierzelt über die abgeernteten Felder: „Großer Gott wir loben dich„, unmittelbar gefolgt von „Gott mit dir, du Land der Bayern„. Das alte Preußen, äh Bayern, lebt?! Das verlangte nach einem Morgenbesuch auf dem Rummel, der sich Pasinger Vorwiesn nennt. Die Trachtler feierten sich im vollen Zelt, der Gottesdienst war gerade zu Ende.

Am Morgen danach sind wir beide noch da“ singt Sven Regener. Gilt für mich (ich arbeite mich laufend vorwärts) und Taylor Swift (performt heute abend noch einmal im Stadion). „Servus!“ hat sie ihr Publikum begrüßt, da durften sich auch die Trachtler angesprochen fühlen. Parallelwelten und Gleichzeitigkeiten der Selbstvergewisserung. Sommer in der Stadt.