Apfelernte

Zwölf Uhr Mittag, die Böllerschüsse von der Theresienwiese sind zu hören und ein Flugzeug malt ein Herz in die Luft, in ein Stück Himmel, das ich durch das Laubdach meines Gärtchens sehen kann. O’zapft is‘, spricht der Münchner Oberbürgermeister ins hingehaltene Mikrofon, es ist Wiesnzeit. Ich sollte mit der Apfelernte beginnen, wenn ich nicht nur Fallobst haben will.

Der Ertrag dieses Jahr ist eher mäßig. Fast kein Apfel ist frei von Macken, der Hagel vor ein paar Wochen und viele Schädlinge haben Spuren hinterlassen. Dennoch werden uns die eigenen Äpfel vermutlich bis in die Adventszeit reichen, viel länger können wir sie bei uns ohnehin nicht lagern.

Ein prächtiger Septembersamstag, fast zu schön, um ihn mit dem Einbringen der Äpfel zu verbringen. Das lässt mich zurückdenken an Kindertage, als wir in der Familie viel Obst zu verwerten hatten und es dabei immer kalt und auch nass war. Die Erinnerung mag da etwas getrübt sein, dennoch ein guter Anlass, um auch einen alten Beitrag zum Thema wieder aus dem Archiv zu holen, der doch auch wieder ganz aktuell ist. Es geht um den Erhalt der Biodiversität in der Apfelkultur und darum, wie es sich als Kind angefühlt hat, in die Streuobstverwertung aktiv eingebunden zu sein: ▶ Äpfel klauben.